Eine Herausforderung für mich war der österreichische Dialekt – 4 Wochen in einem Krankenhaus in Linz

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Pflegefachkraft in Bremen absolvierte ich ein einmonatiges Praktikum am Kepler Universitätsklinikum in Linz, Österreich. Mein Einsatz fand auf der Station B6.2 statt, die auf Herz- und Thoraxchirurgie spezialisiert ist.

Am ersten Tag war ich natürlich aufgeregt und gespannt, wie die Abläufe hier sind. Besonders überrascht hat mich das 12-Stunden-Dienstsystem, das ganz anders ist als das, was ich aus Deutschland kenne. Es fordert viel Ausdauer, ermöglicht aber auch einen intensiven Einblick in den Stationsalltag.

Eine Herausforderung für mich war der österreichische Dialekt, der die Kommunikation am Anfang etwas erschwerte. Trotzdem konnte ich mich schnell im Team integrieren, denn die Zusammenarbeit war sehr kollegial und unterstützend. Das Teamwork auf der Station ist hervorragend organisiert, und ich habe viel über die Struktur und Arbeitsweise in einer spezialisierten chirurgischen Abteilung gelernt.

Fachlich habe ich vor allem beim Hygiene- und Verbandwechsel sehr viel dazugelernt. Die genaue und sorgfältige Arbeitsweise hat mich beeindruckt, und ich konnte meine praktischen Fähigkeiten deutlich verbessern.

Besonders schön war, dass ich viele Kolleginnen und Kollegen kennenlernen durfte, mit denen ich auch außerhalb der Klinik Kontakt halte. Wir hatten gemeinsame Aktivitäten, wodurch ich auch die österreichische Kultur und Lebensweise besser kennenlernen konnte.

Eine Gemeinsamkeit zwischen der Pflege in Deutschland und Österreich ist für mich besonders wichtig: Das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten steht in beiden Ländern an oberster Stelle. Diese gemeinsame Haltung verbindet uns und macht den Kern guter Pflege aus.

Insgesamt hat mir das Erasmus-Praktikum nicht nur fachlich viel gebracht, sondern auch meine persönliche Entwicklung gefördert. Es hat mir gezeigt, wie wichtig Flexibilität und Offenheit sind – Eigenschaften, die ich in meiner zukünftigen Arbeit in der Pflege weiter nutzen möchte.

Ich kann jedem Pflegeschüler nur empfehlen, ein Auslandspraktikum zu machen. Es erweitert den Horizont und bereichert sowohl fachlich als auch menschlich.

Tsiuri, Februar 2025