Das Auslandspraktikum war für mich eine bereichernde Erfahrung

Vorbereitung

Als ich gehört habe, dass ich auch in der Ausbildung die Möglichkeit habe, ein Auslandspraktikum zu machen, war mir sofort klar, dass ich das unbedingt machen möchte. Klar, der ganze Zettelkram ist irgendwie immer lästig, aber letztendlich war es eine gut abzuarbeitende Liste. Und auf die Unterstützung von Bildung im Ausland und meiner Berufsschule konnte ich stets zurückgreifen. Wir hatten ein eintägiges Vorbereitungsseminar, um noch die letzten Fragen stellen zu können.

Unterkunft

Untergekommen bin ich in einem Apartment ca. 15 Busminuten von meinem Krankenhaus in Sliema, in L´Imsida. Die Wohnung war eigentlich ausgelegt für 4 Menschen, doch im Oktober kam sonst leider niemand mehr und ich hatte sehr viel Platz für mich alleine.

Arbeit auf der Notaufnahme

An meinem ersten Tag wurde ich direkt ganz herzlich ins Team der Notaufnahme vom Saint James Hospital aufgenommen. Ich hatte zwei feste Ansprechpersonen, aber auch sonst waren alle sehr offen, mich an die Hand zu nehmen. Die Arbeit war deutlich ruhiger als erwartet. Da das St James Hospital eine private Klinik ist, können sich nicht alle die private Versorgung dort leisten. Und Rettungswagen
fahren als erstes das staatliche Krankenhaus in Mdina an. Es kamen z.B. viele Menschen mit starken Grippesymptomen, einige Brüche diverser Körperteile, Atemnotbeschwerden oder akuten Schmerzen verschiedener Ursachen. Ich bekam auch einige Platzwunden zu sehen, da die Straßen Maltas oft sehr rutschig sind. Auf manchen Straßenabschitten fühlt es sich fast so an, als hätte jemand akribisch mit Schleifpapier darüber gewischt, bis es spiegelglatt ist. Ich hatte ca. 3-4 Tage die Woche eine 12 Stunden Schicht. Immer von 7 Uhr bis 19.00 Uhr. So waren die Tage oft zwar relativ belegt mit Arbeit, doch dafür hatte ich mehr freie Tage, um Malta zu erkunden.

Alltag und Freizeit

Da Malta ein wirklich winziges Land ist, kann man viel in nur kurzer Zeit entdecken. Es gibt schöne Städte, deren Häuser teils aussehen wie aus Sand gebaut. Das Meer ist fast vor der Tür und im Oktober waren es noch 28 Grad im Durchschnitt und auch im Meer konnte ich noch baden gehen. Außerdem gibt es wunderschöne Küsten und Klippen auf Malta, an denen man wandern kann oder von denen man in kleine, unbesuchte Buchten hinunter klettern kann.

Fazit

Ich kann auf jedenfall sagen, dass das Auslandspraktikum eine bereichernde Erfahrung für mich war. Sowohl im Arbeitskontext: Das Eintauchen in ein anderes Gesundheitssystem, die Arbeit auf der Notaufnahme kennenzulernen und mit neuen Aufgaben zu wachsen. Aber auch auf persönlicher Ebene: Sich in einem anderen Land einfinden und, wenn auch nur für kurze Zeit, anzukommen.

Lena L., Herbst 2023